Sub startet Chemsex-Kampagne

Seit ein paar Tagen sind wir auf unseren Kanälen mit einer neuen Chemsex-Kampagne unterwegs. Die Illustrationen sollen Insider*innen abholen und sie über unsere Beratung informieren.

Affe, Rakete, Schneeflocke - für die einen sind das nice Illustrationen. Chemsex-User*innen aber wissen sofort Bescheid, wenn sie die Icons auf Social Media entdecken. Der Affe zum Beispiel steht für die Droge Monkey Dust. Schwule Männer teilen das Emoji häufig auf Dating-Portalen wie Grindr, um klar zu machen: Hier kriegst du das oder: Ich mach's mit! Die Rakete verspricht einen "guten Flug" mit der entsprechenden Chemikalie. Und die Schneeflocke steht unter anderem für "Crystal Meth".

All die Grafiken bilden Lebenssituationen von schwulen Männern ab und durchaus auch von trans* Frauen, die Sex lieber mit Drogen erleben wie eben Crystal Meth, Monkey Dust oder GBL/GHB, um das Erlebnis zu intensivieren, zu erleichtern oder zu enthemmen.

Natürlich sollen die Bilder der Kampagne auch ein bisschen provozieren, um Aufmerksamkeit zu erregen. Es geht um den Konsum an sich, die psychosozialen Folgen, auch die medizinischen Konsequenzen.

Denn klar: Wer Drogen nimmt, wächst erstmal über sich hinaus, fühlt sich stark, selbstbewusst und schön. Scham- und Schuldgefühle kommen oft erst später; auch körperliche Probleme können sich einstellen. Langzeit-User*innen klagen zum Beispiel häufig über Herzrhythmusstörungen. Auch dafür gibt es freilich eine Grafik.

Über Chems reden? Chemsex-Beratung!

Unter einem Post steht zum Beispiel der Text: Chems wie Methamphetamin/Tina/T, Mephedron, GHB/GBL senken kurzfristig Hemmungen, lassen dich anfangs offener oder mutiger fühlen. Doch dabei verschwimmen schnell die Grenzen: Du traust dich, Praktiken auszuprobieren, die dir nüchtern nicht in den Sinn kommen würden. Chems können das Gefühl vortäuschen, dass du nur unter dem Einfluss du selbst sein kannst. In Wirklichkeit aber überschreitest du Grenzen – deine eigenen und die anderer. Das Risiko des Kontrollverlusts und das Bedürfnis, immer öfter nach diesem Gefühl zu erleben, steigen – und mit ihnen die Gefahr der Abhängigkeit. Über Chems reden? Chemsex-Beratung!"

"Wir haben eine ganze Menge dieser Piktogramme mit den entsprechenden Texten in unseren Kanälen gestreut, um die Leute, die es betrifft, über unser Beratungsangebot zu informieren", sagt Michael Plaß von der Chemsex-Beratung im Sub. Er hat die Kampagne mit dem Sub-Kollegen Robert Seiler vom Team Öffentlichkeitsarbeit entwickelt.

Dabei verzichten sie auf jegliche Wertung. "Wir informieren lediglich über unsere Beratung. Wer sie nutzen will, ist willkommen. Wir beraten bei Konsum und dessen Folgen, ohne dafür zu werben oder es zu verurteilen", sagt Michael. Spezifische Fragen ergäben sich dann meist im Gespräch.

Die Kampagne läuft über mehrere Phasen. Erste Motive waren schon Anfang des Jahres zu sehen. Weitere werden folgen, weil auch das Angebot der Chemsex-Beratung im Sub wächst. So soll es zum Beispiel in absehbarer Zeit sterilisiertes Besteck für Chemsex-User*innen geben, damit die Drogen, wenn schon, wenigstens sauber konsumiert werden.

Vorurteilsfreie Beratung

Die Chemsex-Beratung ist ein professionelles Angebot der Suchthilfe für Menschen, die Chemsex haben oder hatten, ihre Angehörigen, Freund*innen und auch Fachkräfte. Das Sub berät, begleitet und hilft Menschen, die dazu Fragen haben, vorurteilsfrei, anonym und kostenlos.

Schwule/queere Sexualität und Substanzgebrauch sind für sich genommen schon Themen, die für viele problematisch sind. Das Sub will dagegen arbeiten und Bedürfnisse, Nutzen, Risiken und Folgen von Chemsex offen diskutieren und User*innen ein Umfeld bieten, in dem sie ihren eigenen Umgang mit Chemsex klären können.

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