Es ist das erste Mal, dass der Künstler seine Werke in München einem breiteren, queeren Publikum zugänglich macht. Geboren 1992 in Bagdad verbrachte Hussein die erste Hälfte seines Lebens im Irak. Gemalt hat er, seit er denken kann, inspiriert von einer Sommerschule, in der er schon mit acht Jahren Töpferei, Hinterglasmalerei, Schnitzerei und arabische Kalligrafie erlernte.
Die Linoldrucke und Acrylbilder, die wir in der Müllerstraße zeigen, handeln von Hussein selbst und davon, wie er seine eigene Sexualität wahrnimmt. Mit jedem Bild wagt sich der Mensch Hussein weiter aus der Deckung.

Als Bildmotive dienen ihm Dinge des Alltags, die oft übersehen werden: Duch sie bringt er Liebe, Diskretion und Selbstzweifel zum Ausdruck.
Zusammenspiel von Licht, Spiegelung und Verzerrung
Ihn beschäftigt, wie Licht auf Oberflächen fällt, wie Schatten entstehen und glatte Metallflächen Hautton und Umgebung spiegeln. Der Toilettenpapierhalter ist ihm dafür ebenso Anlass wie das Spiegelbild eines Wasserhahns. Aus diesem Zusammenspiel von Licht, Spiegelung und Verzerrung ist etwa sein erstes Selbstporträt entstanden.
Die Ausstellung hängt noch den ganzen Oktober über. Und kann während der Öffnungszeiten des Schwul-Queeren Zentrums besichtigt werden.



