Selbsthilfe für queere Alkoholabhängige

In Kooperation mit dem Blauen Kreuz München e.V. startet das Schwul-Queere Zentrum Sub ab 17. April in München eine neue Gruppe

Alkoholabhängigkeit ist in der LGBTIQ*-Community weiter verbreitet als man denkt. Anders als die meisten Drogen ist Alkohol nicht nur legal: Ihr Konsum ist sogar sozial erwünscht. Diese Allgegenwärtigkeit macht Wein, Bier und Spirituosen insbesondere in der queeren Community so gefährlich, die sich privat und für ihre zivilgesellschaftliche Arbeit häufig in öffentlichen Lokalen trifft.

Barbetrieb. Foto: Unsplash

Dazu kommt: "Schwule sind zwar ähnlichen Problemen ausgesetzt wie heterosexuelle Männer: Beziehungsprobleme, Schwierigkeiten im Beruf, vieles andere. Dazu gesellen sich aber häufig noch Diskriminierungserfahrungen, was zusätzlich Frustration, Angst und Depression hervorrufen kann", sagt Dr. Michael Plaß, der die Chemsex-Beratung im Sub leitet.

Immer mittwochs im Sub

Für sie alle bietet das Schwul-Queere Zentrum Sub in der Müllerstraße 14 ab Mittwoch, 17. April, 18 Uhr, eine neue Selbsthilfegruppe an. Leiten wird sie Holger Galler vom Blauen Kreuz München e.V., der dort bereits eine Selbsthilfegruppe für Alkoholabhängige und Angehörige leitet. Angesetzt sind zunächst drei Termine.

Der Verein Blaues Kreuz München e.V. unterstützt suchtgefährdete und suchtkranke Menschen sowie ihre Angehörigen im Großraum der Landeshauptstadt München. In derzeit 72 Selbsthilfegruppen begleiten sie wöchentlich etwa 850 Gruppenbesucher*innen (Jahresbericht 2023). Verteilt über den Stadtbezirk München und seine Landkreise bietet der Verein "Hilfe zur Selbsthilfe" Menschen, die von Suchterkrankung betroffen oder bedroht sind, deren Angehörigen, sowie Informationssuchenden.

Wer belastet ist, glaubt oft, sich mit Alkohol etwas Gutes zu tun. Das Gegenteil aber ist der Fall: Alkohol kann sich schädlich auf Körper und Psyche sowie soziale Beziehungen und berufliches Funktionieren auswirken.

Betroffene tun sich schwer

Nur Hilfe findet sich dann nicht so leicht. Denn schwule Männer, die alkoholabhängig sind, sehen sich häufig dem Dilemma ausgesetzt, dass sie selbst in der eigenen Community nicht auf Verständnis stoßen. "Deshalb ist es gut, sich mit Leuten auszutauschen, die ähnliche Themen haben", so Plaß. Alkohol dauerhaft zu reduzieren oder aufzugeben, sei mit einer großen Portion an Entschlossenheit und Disziplin verbunden. "Dabei hilft das Miteinander."

Wer Interesse hat, kann sich bei Michael Plaß melden und zwar unter michael.plass@subonline.org oder telefonisch unter 089/856346401.

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