Wir feiern 40 Jahre Sub!

27. Januar 2026

Seit 1986 stehen wir für queere Sichtbarkeit, Solidarität und Community. Was als Verein für die schwule Emanzipation begann, ist heute ein lebendiger Treffpunkt für die ganze Community. Nach wie vor kümmert sich das Schwul-Queere Zentrum Sub um eure Belange.

Am 4. September 1986 entstand der SchwuKK e.V., Münchens Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum. Noch heute heißt der Verein so, nach außen aber treten wir seit ein paar Jahren als Schwul-Queeres Zentrum auf. Das Sub, einst aus der Selbsthilfe heraus geformt, hat sich als feste Größe der organisierten LGBTIQ*-Community Münchens etabliert.

Sub Aussenansicht Georg Thum
Das Sub in der Müllerstraße 43 im Jahr 2004. Foto: Georg Thum

Seit vier Jahrzehnten ist unser Verein ein zentraler Ort für queere Sichtbarkeit, Austausch und Solidarität. Im Café in der Müllerstraße 14 trifft mensch sich, knüpft Kontakte und erlebt gemeinsam Kultur und Begegnung. Darüber hinaus bietet das Sub vielfältige Beratungs- und Unterstützungsangebote, Gruppen, Projekte und Veranstaltungen für schwule, inzwischen auch bisexuelle und trans* Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen

Ein bisschen Geschichte

Wie das kam? Dafür blicken wir am besten zurück: Als gruppenübergreifende Institution sollte der SchwuKK e.V. 1986 schwulen Männern ein vielfältiges Selbsthilfe- und Freizeitangebot machen und gleichzeitig auch politisch aktiv werden.

So war das Sub von Anfang an in die Organisation des CSD eingebunden, der in München 1980 erstmals stattfand. Seit 2004 gehört der Sub e.V. zu den Gesellschaftervereinen der CSD München GmbH, zusammen mit dem LGBTIQ*-Jugendverein diversity München, dem Lesbisch-Queeren Verein LesCommunity, der Münchner Aids-Hilfe sowie der Wähler*innen-Initiative Rosa Liste.

Zwar sahen die bestehenden Gruppen in München den Verein zunächst als Konkurrenz; doch bekam das neue Zentrum rasch Zulauf. Man(n) traf sich im Selbsthilfezentrum in der Auenstraße 31. Der Aufschwung kam 1988, als der SchwuKK e.V. in die Müllerstraße 44 zog.

Mit von der Stadt genehmigten Zuschüssen belegte der Verein übergangsweise die zur Zwischennutzung freigewordenen Räume der alten Aids-Hilfe und gründete ein erstes Zentrum, den „Sub, Infoladen für schwule Männer“. Der Infoladen war täglich geöffnet; er bot Beratung, Information, Bibliothek, Archiv, eine Gruppe für schwule Väter, überhaupt Gruppen für jedes Alter und ein Café – ein bis dahin beispielloses Programm in der Münchner Szene. Im Kern besteht das Konzept bis heute!

Seit seiner Gründung hat der neue Verein, der bald Sub e.V. hieß, sein Angebot ständig erweitert. 1991 wurde das Sub, das ein Jahr zuvor in die Müllerstraße 38 umgezogen war, in die städtische Regelförderung aufgenommen.

Parallel versuchte das Sub schon damals, Eigenmittel zu erwirtschaften, so in seinem Café. Seit den 80er Jahren organisiert das Sub mit anderen LGBTIQ*-Organisationen außerdem den Schwulen, heute Queeren Rosenmontagsball. Aus Anlass seines fünften Jubiläums fand 1991 zum ersten Mal auch das Hans-Sachs-Straßenfest statt, mit dem das Sub bis heute jedes Jahr am Samstag nach Maria Himmelfahrt seinen Geburtstag feiert. Später trat noch die Magic Bar Tour hinzu. Die Einnahmen kommen dem Verein und seiner Arbeit zugute.

Ein Zentrum für alle Schwulengruppen

1993 nahm das Anti-Gewalt-Projekt mit einer halben Stelle seine Arbeit auf. 1994 musste das Sub in die Müllerstraße 43 umziehen. Im Jahr 1995 bewilligte das Land Bayern Mittel, mit denen das Sub in die HIV-Prävention einsteigen konnte. Im selben Jahr wurde der Verein als gemeinnützig anerkannt.

1997 konnte die Beratungsstelle zwei Stellen besetzen. Heute teilen sich vier Personen die Aufgaben der psychosozialen Beratung. In Zusammenarbeit mit der Lesbenberatungsstelle LeTRa und der Trans* Inter* Beratungsstelle bietet das Sub Fortbildungen zum Thema Queere Lebensweisen an.

Daneben brachte das Sub immer neue Freizeit-, Selbsthilfe-, interkulturelle Gruppen und Projekte hervor. So entstand 2000 aus einem Workshop des Sub das Diversity-Café für junge Lesben und Schwule; heute ist diversity München das queere Jugendzentrum mit vielen Beratungs- und Gruppenangeboten. Seit 2007 hat die junge LGBTIQ*-Community ihr eigenes Zentrum.

Sub 2004 in der Müllerstraße 43. Foto: Georg Thum
Das Sub 2004 in der Müllerstraße 43. Foto: Georg Thum

2002 fanden die älteren Schwulen von Gay & Gray eine Heimat in der Müllerstraße. 2005 baute die Beratungsstelle mit dem Patenschaftsprojekt einen Besuchs- und Begleitdienst für schwule Senioren auf, der sich heute auch an queere Menschen mit Beeinträchtigungen richtet.

Wachstum mit immer neuen Angeboten

2008 stellte das Sub mit anderen sozialen Einrichtungen im Glockenbachviertel erstmals einen Maibaum auf, um sich im Viertel besser mit der Nachbarschaft zu vernetzen. Das Maifest organisiert seit 2012 ein privater Träger.

Seit 2010 passt der Verein seine Angebote außerdem an die Bedürfnisse von Schwulen mit Zuwanderungserfahrung und Geflüchtete an. So stehen seit 2012 Deutschkurse auf dem Programm.

2011 09 Das zukuenftige Cafe
Das Café in der Müllerstraße 14 im Bau. 2011. Foto Vilmos Veress

Die Gruppe Refugees@Sub, 2015 gegründet, organisiert für geflüchtete schwule Männer Patenschaften, wie sich generell das ganze Sub verstärkt des Themas annimmt. Drei Kolleginnen kümmern sich um die Beratung Geflüchteter. Die Pride- und Szene-Kooperation mit Münchens Partnerstadt Kyjiw, die der Verein von Anfang an mitbetrieben hat, geht in ihr 15. Jahr.

Letzter Umzug, 524 Quadratmeter Fläche

2012 ist das Sub ein letztes Mal umgezogen. In der Müllerstraße 14 hatte die Landeshauptstadt ein Haus gebaut, in dem Zentrum und Beratungsstelle des Vereins endlich gemeinsam ihrer Arbeit nachgehen konnten. Die räumliche Trennung zwischen Müllerstraße 43 und Pestalozzistraße 6, wo die psychosoziale Beratung lange saß, war damit passé. Das neue Café im Haus war attraktiver, die Kulturarbeit wurde gestärkt.

Strong!, die bayernweite LGBTIQ*-Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt, entstand 2019 aus dem städtisch bezuschussten Anti-Gewalt-Projekt und einer neuen Förderung des Freistaats für ein bayernweites Hilfetelefon, das sich an die ganze LGBTIQ*-Community richten sollte.

Die jüngste Neuerung kam 2021 hinzu. Mit einer Förderung des Regierungsbezirks Oberbayern richtete das Sub eine Chemsex-Beratung für Männer ein, die beim Sex Drogen konsumieren.

Mission Zukunft: Eine sichere Heimat für die queere Community

Im Laufe seiner vier Jahrzehnte währenden Geschichte hat sich das Sub also immer weiter geöffnet – intern wie extern. So ließ der Verein nach vielen Diskussionen 2024 denn auch konsequenterweise ein neues Schild über seinen Eingang hängen. Aus dem Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrum wurde nach fast 40 Jahren das Schwul-Queere Zentrum. Daraus entstanden Chancen, aber auch neue Verpflichtungen.

So konzentriert sich das Sub als Schwul-Queeres Zentrum eben nicht mehr nur darauf, der Community vor Ort eine Heimat zu geben. Es wehrt sich als politische Kraft mit anderen LGBTIQ*-Organisationen, Gruppen und Vereinen der Stadt auch verstärkt gegen die Ausgrenzung und Entrechtung queerer Menschen – und das nicht nur in der Landeshauptstadt.

Das Café nach dem Einzug 2012. Foto: Mark Kamin
Das Café nach dem Einzug. Foto: Mark Kamin

So hatte der Verein gegen die steigende Queerfeindlichkeit schon 2010 ein Aktionsbündnis für Solidarität ins Leben gerufen, dessen Aktivitäten später, ab 2014, von den Demos zum International Day against Homo-, Bi-, Inter- and Transphobia IDaHoBIT abgelöst wurden. Heute stellt das Sub jedes Jahr mit den anderen CSD-Gesellschaftervereinen eine Protestaktion auf die Beine.

2017 machte sich das Sub erstmals für eine sichere Unterbringung queerer Geflüchteter in Bayern stark, die dann 2019 auch kamen. Und für den queeren Aktionsplan in Bayern hatte der Verein 2022 eine Petition gestartet. Inzwischen hat die Staatsregierung einen solchen tatsächlich vorgestellt. Mehr zur Geschichte der Münchner Bewegung erfahrt Ihr hier

Ein ganzes Jahr Jubiläum

2026 feiern wir unser Jubiläum mit einem abwechslungsreichen Jubiläumsprogramm, das wir im Februar veröffentlichen werden – mit Veranstaltungen, Kultur und vielem mehr. Feier’ mit uns 40 Jahre schwul-queeres Leben in München!