Zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter*- und Trans*-Feindlichkeit am 17. Mai protestieren Münchens LGBTIQ* und Allies für gleiche Rechte und Akzeptanz. Um 15 Uhr beginnt die Veranstaltung mit Kundgebungen am Sendlinger-Tor-Platz. Gegen 15.45 Uhr folgt ein Demozug durch die Innenstadt.
Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter*- und Trans*-Feindlichkeit ist so etwas wie der kleine CSD – hochpolitisch, nur ohne Party. An diesem Tag hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 1990 Homosexualität von der Liste der Krankheiten gestrichen, woran queere Menschen weltweit jedes Jahr mit eigenen Aktionen gedenken.
Am Sonntag, 17. Mai, laden der CSD München sowie der Sub e.V. als diesjährige inhaltlich Verantwortliche ab 15 Uhr zu Kundgebung und Protestmarsch. Unter dem Motto “The Power of Communitys“ trifft sich die queere Szene mit ihren Freund*innen und allen, denen Akzeptanz und gleiche Rechte sowie eine offene Gesellschaft wichtig sind. Die Münchner Regenbogenstiftung unterstützt die Aktion.
Zunahme von Hass und Gewalt
Das Engagement zum IDAHOBIT bleibt wichtig. Natürlich ist die Mehrheit der Menschen in Bayern, insbesondere München, queer-freundlich eingestellt, gleichzeitig steigen die Übergriffe Die im Sub angesiedelte bayernweite LGBTIQ*-Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt, Strong!, meldet in ihrem Jahresbericht einen Anstieg um 40 Prozent der Fall- und Beratungszahlen.

Demnach wurden im vergangenen Jahr 413 Vorfälle erfasst – das sind 124 mehr als im Vorjahr und insgesamt 254 mehr als noch vor zwei Jahren. Die Vorfälle reichen von Alltagsdiskriminierungen über Beleidigungen, Bedrohungen und Benachteiligung bis hin zu sexueller Belästigung und schwerer Körperverletzung.
Zahlen der Staatsregierung bestätigen den Trend. Im März 2025 meldete Bayern auf eine Anfrage der Fraktion Die Grünen / Bündnis 90 im Landtag für das Jahr davor 177 angezeigte Straftaten; 2023 waren es 190.
Strong!-Beraterin und Psychologin Leonie L. sagt: „Das gesellschaftliche Klima gegenüber queeren Menschen ist aller Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte zum Trotz aggressiver geworden. LGBTIQ*-Themen lösen viel Empörung aus, dies schlägt oft in verbale Angriffe und mitunter in körperliche Gewalt um. Gerade im digitalen Raum scheint es wenig Hemmungen zu geben. Das trifft insbesondere trans*, inter* und nicht-binäre Menschen.“
Unsere Vielfalt. Unsere Stärke
Die Münchner Community geht deshalb erneut mit dem Motto „The Power of Communitys“ auf die Straße. Die Botschaft: Wir lassen uns nicht aufspalten! Treffen Hass und Hetze auch nur eine*n von uns, sind wir alle gemeint. Dieser Zusammenhalt gibt Kraft. „Unsere Gesellschaft ist eine bessere, gerechtere und stärkere, wenn wir Vielfalt leben und schützen“, sagt Dr. Kai Kundrath, Geschäftsführer des Sub. Nicht umsonst lautet auch das diesjährige CSD-Motto „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke.“

IDAHOBIT 2026, 17. Mai, 15 Uhr, Sendlinger-Tor-Platz, München
mit Ansprachen unterschiedlicher Vertreter*innen der LGBTIQ*-Community, anschließend Demozug durch die Innenstadt bis zur Müllerstraße vors Sub (Ende gegen 16.30 Uhr)
Das sind die Redner*innen-Positionen:
- Strong!, LGBTIQ*-Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt
- LesCommunity, Arbeit von und für die lesbisch-queere Community
- Bavarian Mr. Fetisch
- Rainbow Refugees
- Trans* Inter* Beratungsstelle
- Bi-Stammtisch
- Diversity, LesBiSchwule und Trans* Jugendorganisation
- Gay & Gray, die Gruppe für ältere Schwule in München




