Das war der CSD 2024 in München

Tausende Menschen haben am 23. Juni in München PolitParade und Straßenfest besucht. Zentrales Anliegen war der Kampf gegen Rechts. Alle Bilder

Die Mission war vielen Teilnehmer*innen klar: In diesem Jahr geht es um alles. Nach dem Rechtsruck bei den Europawahlen fürchten nun auch viele queere Menschen um ihr selbstbestimmtes Leben im eigenen Land, sollten Parteien wie die AfD die Wahlen im Osten gewinnen.

Sub-Wagen auf der Politparade. Foto: Erwin Harbeck

Das wurde vor allem während der PolitParade deutlich. Da ging es nicht nur um Party: Viele - gerade junge Menschen - zeigten mit Schildern wie „CSD statt AfD“, „Love is a Human Right“, „Liebe kann man nicht verbieten. Nazi-Parteien schon“ oder „Queer und frei gegen rechte Tyrannei“ klar, dass sie sich Sorgen um ihre Zukunft machen. Alle Bilder

"Queer und frei gegen rechte Tyrannei"

Laut Polizei waren am Samstag 325.000 Menschen unterwegs, als Teil der angemeldeten 210 PolitParaden-Gruppen oder Besucher*innen des Straßenfests.

„Wir freuen uns, dass so viele Menschen mit der Münchner LGBTIQ*-Community gemeinsam Vielfalt gefeiert und gegen Rechts demonstriert haben“, sagt Alexander Kluge, Geschäftsführer des Münchner CSD. „325.000 Menschen laut Polizei – das sind viele, aber trotzdem weniger als im vergangenen Jahr. Wir gehen davon aus, dass die schlechte Wettervorhersage, die Konkurrenz durch andere Großveranstaltungen an diesem Wochenende wie die Fußball-Europameisterschaft, womöglich auch die Sicherheitslage in einem Land, das gerade einen Rechtsruck erlebt, sowie die queerfeindlichen Übergriffe im Umfeld der bayerischen CSDs des vergangenen Jahres und die damit einhergehende Vorsicht Besucher*innen davon abgehalten haben, den CSD zu besuchen.“

Raphael Kosecki spricht fürs Sub auf der Community-Bühne. Foto: Yuya Yuan

Trotzdem: Nie war eine PolitParade bunter. Von christlichen Jugendgruppen über queere Lehrkräfte, Chöre, Drag Artists, Parteien, die LGBTIQ*- Abteilungen von Unternehmen, Sportvereine und Kultureinrichtungen bis zu LGBTIQ*-Organisationen war die ganze Bandbreite der Community und ihrer Allies zu sehen.

„In Vielfalt vereint“ liefen sie über 3,7 Kilometer durch die Stadt und zwar „gemeinsam gegen Rechts.“ Die Stimmung war prima, die ganze Veranstaltung verlief friedlich, es gab keine Zwischenfälle. Bis zum Abend hielt auch das Wetter.

PolitParade auf neuer Strecke

Wie immer bildete die PolitParade den Höhepunkt der beiden PrideWeeks. Sie zog vom Mariahilfplatz durchs Szeneviertel und über den Altstadtring an Sendlinger Tor und Stachus vorbei bis zum Maximiliansplatz. Der Größe wegen lief die Demo allerdings nicht mehr durch die engen Gassen des Gärtnerplatzviertels. Exakt 210 Gruppen hatten sich angemeldet. MEHR

Straßenfest und Main Stage am Marienplatz. Foto: Bethel Fath
PartyArea neu am Odeonsplatz

Die PartyArea, die dieses Jahr an den Odeonsplatz umzog, kam beim Publikum sehr gut an, die neue Bühne am Wittelsbacherplatz ebenfalls.

Die Bühne am Wittelsbacherplatz ergänzte die Programme der Main Stage am Marienplatz mit ihren queeren Live Acts sowie die Talks auf der Community-Bühne in der Kaufingerstraße um elektronische Musik und Beiträge aus der Münchner Drag-Szene – allerdings nur am Samstag. Das Programm war so nochmal vielfältiger. MEHR

PartyArea am Odeonsplatz. Foto: Tobias Markus
50 Jahre MLC – Fest am Rindermarkt

Der Rindermarkt ist zurück. Was der CSD früher als PartyArea genutzt hat, bot heuer dem Münchner Löwen Club MLC, Europas größtem schwulen Fetisch-Verein, Platz für sein 50-jähriges Jubiläum. Der CSD hat dem Club den Rindermarkt aus diesem Anlass einmalig überlassen: Und der bespielte ihn nun zwei Tage lang mit Shows, Spielen, Diskussionen, Kultur und Party! Befreundete queere Fetisch-Gruppen waren ebenfalls präsent. MEHR

50 Jahre MLC am Rindermarkt. Foto: Erwin Harbeck
RegenbogenfamilienArea

Was an vertrautem Orte verblieb, war die RegenbogenfamilienArea. Seit über zehn Jahren ist sie nun schon Bestandteil des Münchner CSD. Am Frauenplatz vor dem Dom gab es am Samstag Unterhaltung für die Kids und eine Verschnaufpause für die Eltern mit Angeboten für Information und Austausch. MEHR

Straßenfest mit mehr Infoständen und Inklusions-Zelt
Sub-Infostand. Foto: Sub

Das zweitägige Straßenfest hielt das ganze Geschehen in der Innenstadt zusammen mit den drei Bühnenprogrammen, den Gastro- und Infoständen. Für letztere hatten sich mit 87 Teilnehmer*innen mehr Gruppen, Organisationen und Vereine denn je angemeldet. Ein Awareness- sowie - neu - ein Inklusions-Team am CSD-Infostand schauten, dass es vor Ort allen gut ging.

RathausClubbing

Nicht zuletzt feierte auch der CSD in diesem Jahr ein kleines Jubiläum. Die Party im Rathaus stieg am 22. Juni zum 20. Mal. Im Innenhof trotzen die Gäste dem Dauerregen. MEHR

Neues Sicherheitskonzept

Sicherheit hatte beim CSD in diesem Jahr oberste Priorität. Über ein Ampelsystem regelte der Veranstalter die Besucher*innenströme zu Marienplatz und Odeonsplatz. Zeitweise drohte Überfüllung, so dass die Ampel auf Rot sprang, um Gäste davon abzuhalten, vorbeizukommen. Deshalb bestand zu keinem Zeitpunkt ein Risiko für die Pride-Gäste.

Live-Stream

Wer es nicht in die Innenstadt geschafft hat, kann ab sofort auf YouTube nochmal den Live-Stream zum Event ansehen. Das Kamera-Team empfing die Teilnehmer*innen der PolitParade in der Müllerstraße 26 vor dem LeZ. Später ging‘s zum Straßenfest. Ergänzt wurden die Beiträge um Live-Schaltungen zur Hauptbühne. MEHR

Die S'AG beim Einsatz im Rathaus beim Clubbing. Foto: Erwin Harbeck
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