Anschlag in Berlin: München gedenkt der Opfer

28. Juli 2026

Die LGBTIQ*-Community der Stadt hielt am Montagabend, 27. Juli, auf dem Marienplatz eine Mahnwache ab. Dort sprachen Vertreter*innen von CSD, Stadtspitze und Community, so auch unsere Kollegin Leonie L. von Strong!

Mit einer einfachen, aber bewegenden Zeremonie und einigen kurzen Solidaritätsadressen gedachte München am Montagabend der Opfer des Berliner CSD. Um die 4000 Menschen kamen auf den mit Regenbogenflaggen geschmückten Marienplatz zusammen. Die Stimmung war gedrückt. Hier alle Bilder von Mark Kamin

Nacheinander sprachen Alexander Kluge, Geschäftsführer des Münchner CSD, den das Sub mitveranstaltet, Mona Fuchs, zweite Bürgermeisterin der Landeshauptstadt, sowie Leonie L. von der bayernweiten LGBTIQ*-Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt, Strong! im Sub.

Mahnwache zum Gedenken an die Opfer des Berliner CSD. Foto Mark Kamin
Mahnwache zum Gedenken an die Opfer des Berliner CSD. Foto Mark Kamin
Solidarität mit Berlin

Die Gedanken aller seien bei den Verletzten, den Angehörigen und Freund*innen der getöteten Person sowie bei denen, die das Geschehen miterleben mussten, begann Alex. Er sprach dem Berliner CSD und der queeren Community in Berlin die Solidarität Münchens aus. “Heute trauern wir und wir stehen zusammen.”

Die zweite Bürgermeisterin der Stadt beschrieb das Unfassbare: “Für viele, gerade auch für junge Menschen, ist der CSD der allererste Ort, an dem sie erleben, dass sie nicht alleine sind. Und genau dieser Ort hätte Schutz und Sicherheit bieten müssen.” Allein: Er vermochte es nicht.

Gemeinsame Trauer

Mona rief in ihrer Rede im Anschluss zu einer Schweigeminute auf, worauf der gesamte Platz augenblicklich verstummte – ein eindrucksvolles Zeichen des gemeinsamen Gedenkens.

Leonie L von Strong! Foto Mark Kamin
Leonie L von Strong! Foto Mark Kamin

Die Politikerin zitierte aus dem offenen Brief, den Oberbürgermeister Dominik Krause an seinen Amtskollegen in Berlin geschickt hatte. Er spricht darin allen “Betroffenen im Namen der Landeshauptstadt“ seine aufrichtige Anteilnahme und sein tiefes Mitgefühl aus. Er war es, der den Marienplatz am Sonntag kurzerhand mit Regenbogen beflaggen ließ.

Zusammenstehen gegen Queer-Feindlichkeit

Leonie schließlich beschrieb in ihrer Rede, dass es jetzt darauf ankomme, zusammenzustehen. “So ein Angriff richtet sich gegen uns alle. Der CSD ist nicht nur eine Party, sondern immer auch Kampf und Zeichen gegen Diskriminierung und für queere Rechte. Deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt zusammenrücken, uns gegenseitig stützen.”

Blumen zum Gedenken an die Opfer des Berliner CSD. Foto Conrad Breyer
Blumen zum Gedenken an die Opfer des Berliner CSD. Foto Conrad Breyer

Dazu gehöre auch, dass sich die Community nicht instrumentalisieren lasse, um andere Formen von Hass und Ausgrenzung zu schüren oder unsere Community zu spalten.

“Dieser Hass hat das Ziel, uns Angst zu machen. Uns unsichtbar zu machen. Darauf dürfen wir nicht mit Rückzug antworten. Wir werden weiter füreinander einstehen, weiter sichtbar sein und weiter für eine Gesellschaft kämpfen, in der niemand Angst haben muss, so zu leben und zu lieben, wie wir sind.”

Der musikalische Beitrag von Piana Electric schloss das Gedenken ab. Piana sang “Somewhere over the rainbow” und rührte mit ihrer klaren Stimme Hunderte. Viele der 4000 Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, Blumen und Grußkarten abzulegen oder Kerzen zu entzünden. Wir sagen Danke!