Stephan Pflaum kennen viele von seinem Zyklus “Schwule Schweine”, mit der er in der Vergangenheit regelmäßig Newsletter und Ausstellungsflächen des Sub geziert hat. Jetzt zeigt der Künstler Zeichnungen, die er für einen Gedichtband seines Bruders angefertigt hat. Lesung und Werkstattgespräch am 6. Juni um 20 Uhr.
Der Anlass dafür war alles andere als leicht. Als Stephans Bruder 2025 seine ersten Gedichte verfasste, war dessen Frau gerade schwer erkrankt. Sie hat im Leben beider Männer eine wichtige Rolle gespielt.

Um die Wucht und die Plötzlichkeit ihrer Abwesenheit aus dem Alltag der Familie zu verarbeiten, begann Matthias Pflaum, Stephans Bruder, Gedichte zu schreiben. Die Illustrationen, die das Schwul-Queere Zentrum Sub zeigt, hat Stephan Pflaum für den daraus entstandenen Gedichtband angefertigt.
Jede Illustration besitzt eine Vorder- und Rückseite
Beim Lesen und Wiederlesen der Gedichte ist ihm klar geworden, wie poetisch doppeldeutig der Titel dieses Gedichtbandes, “Wenn deine Liebe krank ist”, verstanden werden kann. Die Zeichnungen begleiten die Gedichte daher auf besondere Weise:
Jede Illustration besitzt eine Vorder- und eine Rückseite. Wie ein Spiegel öffnen sie einen zweiten Blick auf das Bild und erzählen von Erinnerung, Sehnsucht und der Frage, wo die Zeit geblieben ist.
Poetische Illustrationen treffen auf eigensinnige Bildsprache der Schweinwelten
Ergänzt wird die Ausstellung durch ausgewählte Werke aus Stephan Pflaums künstlerischer Bildwelt schweinwelten.de. Zu sehen sind unter anderem Arbeiten aus dem Zyklus “Schwule Schweine”, die gegen eine Spende an das Sub vor Ort erworben werden können.
So verbindet die Ausstellung zwei Werkbereiche: die leisen, poetischen Illustrationen zum Gedichtband “Gestern habe ich die Zeit gesehen” und die eigensinnige, queere Bildsprache der Schweinwelten.



