Ausstellung: 40 Jahre, 40 Gesichter

13. August 2026


Aus Anlass seines 40. Geburtstages präsentiert das Sub im September Portraits ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen. Einen großen Teil der Aktivitäten im Sub stemmen nämlich sie. Ihr Engagement will Münchens Schwul-Queeres Zentrum deshalb mit einer Foto-Ausstellung würdigen. Die Vernissage findet statt am Donnerstag, 3. September, 19 Uhr. Herzliche Einladung!

Seit 1986 setzt sich das Sub für die Belange schwuler, inzwischen auch bisexueller und queerer Männer, mit einzelnen Angeboten sogar für die gesamte LGBTIQ*-Community ein. Der gemeinnützige Verein arbeitet höchst professionell, bietet psychosoziale Beratung, Fortbildungen zu queerem Leben, entwickelt Programme für sexuelle Gesundheit und beherbergt die LGBTIQ* Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt, Strong!

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Tank Tops im Sub. Foto: Alex Deeg

Nicht zuletzt lädt das Sub übers Jahr immer wieder zu Kulturveranstaltungen, die es selbst organisiert oder beherbergt. Die Aufgaben des 40 Jahre alten Vereins sind über die Jahre immer anspruchsvoller geworden und bedurften mit der Zeit einer Professionalisierung.

Von Anfang an aber haben sich Menschen ehrenamtlich fürs Sub engagiert; schwule Aktivisten haben den Verein einst gegründet. Heute stehen 17 haupt- 180 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen gegenüber: Sie stellen den Vorstand, schmeißen den allabendlichen Café-Betrieb, tragen hier und da auch Projekte der hauptamtlichen Kolleg*innen von Beratungsstelle, Geflüchtetenhilfe und des Bereichs “Sexuelle Gesundheit“ mit – so die „Rainbow Refugees“ oder die HIV/STI-Präventionsgruppe S’AG (Safety-Aktionsgruppe).

Außerdem führen sie natürlich etliche der Selbsthilfe- und Freizeitgruppen, die sich regelmäßig im Sub treffen.

Ein Dankeschön an alle Ehrenamtlichen

„Unser Zentrum lebt vom Zusammenspiel vieler Menschen, haupt- wie ehrenamtlich. Wobei der Einsatz unserer freiwilligen Helfer*innen einen unverzichtbaren Beitrag dazu leistet, dass unsere vielfältigen Angebote lebendig bleiben“, sagt Sub-Geschäftsführer Kai Kundrath. So werde zum Beispiel das Café rein ehrenamtlich betrieben.

Raphael Kosecki, der die ehrenamtlichen Aktivitäten und Mitarbeiter*innen im Zentrum koordiniert, beschreibt es als Win-Win-Situation: „Der Gedanke, etwas Sinnvolles für andere zu tun, ist ein großer Antrieb. Gerade in diesen Zeiten. Und gleichzeitig haben die Leute auch einen Nutzen für sich selbst, weil man in Kontakt mit anderen kommt.“

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40 Jahre 40 Gesichter mit Same 4 Fame. Foto: Alex Deeg

Nicht zuletzt bringen sie frischen Wind rein, was dem Verein hilft, sich in der Community immer wieder neu zu verorten.

40 von ihnen widmet das Sub nun eine eigene Ausstellung. Der Fotograf Alexander Deeg hat Interessierte im Sub vor die Kamera gestellt.

Darunter sind Menschen aus der Gründergeneration wie Norbert Hauptfleisch, der 1987 zum Sub stieß und gleich half, Räumlichkeiten für den Verein zu suchen. Er engagiert sich bis heute für das Schwul-Queere Zentrum.

„Für mich war und ist das Sub seit vielen Jahren ein Ankerplatz, um Freunde zu treffen, für Ehrenamt, Gruppen und einfach Freizeit, aber auch ein Ort für neue Trends in der queeren Community.“ Die findet er manchmal herausfordernd, „aber fast immer inspirierend“, sagt er.

Die Drag Queen Same 4 Fame macht es stolz, Teil der Ausstellung zu sein. “Ich bin gerne ehrenamtlich tätig”, sagt sie. Same 4 Fame gehört zur Drag-Bartruppe Drink ’n Drag, die regelmäßig im Sub ausschenkt.

Auch Neulinge wie Danielle Cravens haben sich ablichten lassen. Danielle kam erst vor einem Jahr über die Freiwilligenmesse zum Sub und übernimmt regelmäßig Thekendienste. „Es ist für mich ein Zeichen für Offenheit, Liebe und Zusammenhalt, meinen Beitrag zu leisten. Nichts brauchen wir derzeit mehr auf der Welt.“

Es gehört Mut dazu, sich zu zeigen

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Simone von der S’AG. Foto: Alex Deeg

Es sind Leute vom Team Öffentlichkeitarbeit, vom Thekendienst, Drink ‚n‘ Drag, der Abendberatung, der S‘AG, aber auch Vorstände, die sich für „40 Jahre, 40 Gesichter“ haben fotografieren lassen. „Wir wollten zeigen, welche Menschen das Sub aufgebaut haben und weitertragen“, sagt Robert Seiler, der im Sub die Kultur-Events koordiniert.

„Es ist ein Zeichen unserer Wertschätzung und in Zeiten wie diesen auch nicht selbstverständlich.“ Denn es gehöre inzwischen schon auch Mut dazu, sich mit seinem Gesicht für ein queeres Zentrum zu zeigen. Robert hat die Ausstellung kuratiert.

Die Fotos von Alex hängen den ganzen September über in der Müllerstraße 14. Zur Vernissage am September, 19 Uhr, sprechen der Vorstand, der Kurator Robert und der Fotograf Alex. Der Tag ist nicht zufällig gewählt: Es ist der Vorabend des 4. September, an dem 1986 das Sub gegründet wurde.